Matthias Wührer auf seiner ersten Ausstellung des KV Wolfstein in den Ausstellungsräumen der Agon e.V. in Passau

Biografie

Matthias Wührer, geboren 1986 und aufgewachsen im Bayerischen Wald.

Schon als Kind fiel mir das Leben mit schwerem ADHS nicht leicht. Mobbing, Ausgrenzung und das Gefühl, nie wirklich dazu zugehören, prägten viele Jahre meiner Kindheit und Jugend. Auch später im Berufsleben schien sich diese Geschichte immer wieder zu wiederholen. Rückschläge, Enttäuschungen und das Abschieben von der Schuld von Kollegen auf mich führten schließlich zu einer schweren Depression, Erwerbsunfähigkeit und einer Psychose mit Suizid-Gedanken und rissen mich nach zig Versuchen endgültig aus dem Arbeitsleben.

In dieser Zeit begann ich durch die entstandene Zeit, meine Kreativität für mich selbst zu entdecken. Pflanzennetze zur Dekoration, bemalte Töpfe, vor allem aber die Malerei und meine Kunst wurden für mich in den letzten 10 Jahren weit mehr als ein Hobby. Sie wurde zu meinen Ort, an dem ich Ruhe finden, Gefühle ausdrücken und zum ersten Mal das erleben konnte, was mir so lange gefehlt hatte: Freude am Schaffen, die Freiheit meine eigenen Wege zur Problemlösung zu finden und das Gefühl, einfach ich selbst sein zu dürfen.

Heute ist die Kunst für mich Hoffnung, Antrieb und ein wichtiger Teil meines Weges raus aus meinen über ausgeprägten Minderwertigkeitsgefühl . Mit jedem Bild gewinne ich ein Stück Selbstvertrauen zurück und entdecke Seiten an mir, die ich mich viele Jahre nicht zu zeigen traute.

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen echten Traum.
Ich möchte mit meiner Kunst so erfolgreich werden, dass ich eines Tages das Familiengrundstück meines Onkels übernehmen und das Haus erhalten kann, in dem ich den größten Teil meines Lebens verbracht habe und heute wieder lebe. Es geht dabei nicht nur um ein Haus, sondern um ein Stück Heimat und um die Möglichkeit, mir mit meiner Kreativität eine Zukunft aufzubauen. Da mir dafür leider nur noch ein paar Jahre bleiben, bleibt es wahrscheinlich ein Traum aber es motiviert mich und dafür sind Träume ja da!

Meine Bilder erzählen deshalb nicht nur von Farben und Formen. Sie erzählen von einem Menschen, der zu viele Rückschläge erlebt hat, seinen Mut aber nie vollständig verlor.
Vielmehr möchte ich mit meiner Kunst auf positive Weise hervorheben was ich durch mein doch sehr ereignisreiches Leben als die wirklich bedeutenden Dinge als Mensch auf unserer Erde verstanden habe.

Mein Weg zur Kunst

In meiner schlimmsten Phase vor 9 Jahren, als ich die Psychose hatte und auf den Start der stationären 6 monatigen Therapie wartete besuchte mich öfter ein bis Heute sehr gut befreundetes Pärchen.
Mein Wohnzimmer (und jetzt Arbeitszimmer) ist sehr groß, mit Dachschrägen und alles war damals einfach nur weis!
Meine beste Freundin meinte ihn dem Zimmer würde sie auch depressiv werden. Ich soll mir mal paar schöne Bilder oder Poster kaufen, bisschen dekorieren, paar Pflanzen.
Ich verstand was sie meinte. Aber ich hatte weder das Geld noch irgend eine Form von Idee welcher Stil mir generell gefällt.
Meine Idee war: ich mal mir einfach selbst ein paar Bilder, dann kann ich wenigsten stolz drauf sein dass ich ein individuell eingerichtetes Wohnzimmer habe statt einem zusammen gekauften. Nur was malen?
Nichts was mich in meiner Depression bestärkt sondern eher was fröhliches was mich von den Depressionen ablenkt. Also am besten farbig und ohne ernste Themen.
Also habe ich mich zu Anfang nur mit Farben und Geometrie beschäftigt. Ich denke das hat meinen Stil sehr geprägt.
Danach habe ich aus Spaß, als Geschenk oder aus purer Langeweile immer wieder mal etwas gemalt, gezeichnet oder aus Holz gebaut und mich da auch mal an Karten, Kinderspielzeug, Pflanzen oder Abstrakten ausprobiert.
Im Sommer 2025 hab ich mich dann an dem probiert wo ich mehrfach durch Schule und Job ausgebildet bin. Technisch zeichnen u. Maßstäbe umrechnen bzw. maßstäblich vergrößern oder verkleinern.
Beim Kupferstich von Michael Wening vom Schloß Bärnstein dass hier ganz in der Nähe gestanden hat fand ich dann meine Vorlage.
Meine Freunde waren so begeistert vom Ergebnis dass meine beste Freundin zu mir meinte: Zeichne doch mal Schloß Neuschwannstein in dem Stil dann weist du wie gut du wirklich bist!
Gute 300Std und 2 Monate später war ich selbst so verblüfft vom Ergebnis dass ich mich entschlossen habe Künstler werden zu wollen.
Meine Techniken und meine Herangehensweise habe ich mir seit dem selbst beigebracht da es mir echt Spaß macht komplett Neues zu probieren, mir meine Arbeit wieder eine Zukunftsaussicht gegeben hat was wiederum meine depressiven Phasen deutlich abgeschwächt hat.
Sogar mit meinen Alpträumen ist es besser geworden, das erste mal in 10 Jahren.

Kunsttechniken

Kunsttechniken:
- Frottage mit eigenen erstellten Unterlagen: Ich fräße meine eigenen Vorlagen in eine Bastelholzplatte. Dadurch kann ich eine Zeichnung in eine Frottage verwandeln was mir sehr viele kreative Optionen ermöglicht:
- Bild in Bild Technik: für zum Beispiel Firmengebäude (als Frottage) mit Firmenlogo als Hauptbild, Kunstwerbung/-Gemälde als Augenfang für Messen, etc.
- Magisches Kindermalen: Für Kindergärten, Schulen, Feste und Veranstaltungen (für oder mit Kindern) jeglicher Art. (Ab 3-4 Jahren mit Hilfe von Betreuern, Eltern oder Geschwistern. Auch für behinderte Kinder/Personen geeignet.
- Frottage-Aquarell-Drucke

- Pflanzen-Versteinerungs-Technik: Ich habe mir eine Technik überlegt um Blumen und Blätter zu konservieren und zu versteinern damit ich sie für meine 3D-Material-Bilder nutzen kann.

- 3D-Material-Bilder: Bilder mit aus z.B. aus Holz erstellten Elementen, versteinerten Pflanzen und Naturerzeugnissen deren Form mich an etwas anderes erinnern.

- Holzstäbchen-Kontur-Gießtechnik: Meine Lieblingstechnik. Hier kommen alle meine Stärken zusammen. Abstrakte Konturen aus zugeschnitten Holzstäben von bekannten Szenen/Gebäuden oder perspektivischen Ansichten. Ausgegossen und teilweise mit nachgemalten Details.

Einblicke ins Atelier

Leuchtend bemalte, getrocknete Pflanzen in Violett, Grün, Gelb, Orange und Pink liegen zum Trocknen auf Zeitungspapier
Versteinerte Pflanzen
Holzplatte mit vorgezeichneten Blüten und einem Herz, deren Umrisse Stück für Stück aus kleinen Holzstäben gelegt werden
Konturen aus Holzstäben
Frottage einer tanzenden Figur in Blau- und Violetttönen, daneben die Platte mit der erhabenen Kontur des Motivs
Frottage